Das Leben ist nicht mehr lebenswert?

Das dachte ich bis vor wenigen Jahren auch noch. Die Kilos kamen schneller als ich gucken konnte und die Schmerzen waren unerträglich. Zwei Mal wöchentlich je 60 Minuten zur Lymphdrainage und tägliches Tragen der Flachstrick-Kompressionsbestrumpfung bis unter die Brust. Mein Leben mit Lipödem war eine Qual!

Heute, 12 Jahre nach der Diagnose Lipo-Lymphödem Stadium II in Folge einer Extremitäten-Lipohypertrophie mit begleitender Adipositas, quält mich die Krankheit nicht mehr. Ich habe sie nicht besiegt. Sie wird immer da sein. Aber: ich habe sie durch die Veränderung meines Ernährungs- und Lebensstils aufgehalten. Ich habe an Gewicht und Zentimetern verloren und keine Schmerzen mehr!

Für alle Unwissenden hier aber erst einmal die Erklärung, was ein Lipödem überhaupt ist.

Ein Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung. Die Fettzellen im Körper verändern sich krankhaft und vermehren sich unkontrolliert. Unter natürlichen Umständen tritt die Krankheit nur bei Frauen auf. Erste Symptome stellen junge Mädchen häufig schon während der Pubertät fest. Vermutet wird ein hormoneller Zusammenhang, so dass oft auch im Zuge einer Schwangerschaft und der Wechseljahre, oder nach einer gynäkologischen OP, ein Lipödem entstehen oder ein neuer Schub kommen kann. Auch eine rasche Gewichtszunahme oder ein Jojo-Effekt gelten als Risikofaktoren. Im Raum steht ebenfalls eine familiäre Disposition, also eine mögliche Vererbung der Krankheit. Es gibt sogar Fälle, in denen eine schwere Stresssituation (Schock, Verlust eines geliebten Menschen…) als Auslöser für das Lipödem gilt.

Lipödem erkennen

Bei der Erkrankung schwellen jeweils beide Beine und/oder Arme an. Oberkörper, Hände, Füße und Gesicht bleiben schlank, wodurch man die Krankheit klar von Fettleibigkeit (Adipositas) unterscheiden kann.

Symptome des Lipödems:

  • sehr auffällige rasche Gewichtszunahme (bei unveränderten Gewohnheiten)
  • immer symmetrische Verteilung dieser Zunahme – meist entweder an der unteren Körperhälfte (Beine, Hüfte, Po) oder an der oberen Körperhälfte (Arme, Nacken, oberer Rücken). Manchmal sind Frauen auch an beiden Körperhälften betroffen
  • Oberkörper, Hände, Füße und Gesicht bleiben von der Gewichtszunahme unberührt
  • dumpfes Schwellungsgefühl bis hin zu sehr starken Spannungsschmerzen und Erschöpfung in den Beinen (fühlen sich „schwer“ an)
  • Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit an den betroffenen Körperteilen
  • Flüssigkeitseinlagerungen („orthostatische Ödeme“) im Fettgewebe des Lipödems (insbesondere in der zweiten Tageshälfte, bei warmem Wetter und nach langem Stehen oder Sitzen)
  • Neigung zu blauen Flecken schon bei geringen Stößen oder Druckbelastung
  • Orangenhaut bzw. dellige Haut mit Knötchenbildung unter der Haut
  • Im weiteren Verlauf: Wulstbildungen (vor allem an den Oberschenkelinnenseiten)

Gut zu Wissen!

Achtung!

  • Ein Lipödem kann man nicht nur mit Übergewicht bekommen. Übergewicht macht es aber schwieriger, ein Lipödem zu erkennen.
  • Der Body-Mass-Index (BMI) fällt beim Lipödem grundsätzlich zu hoch aus. Er ist daher nicht als Parameter zur Einstufung einer Adipositas geeignet. (besser: Waist-Hip-Ratio, Waist-Height-Ratio, Umfangs- und Volumenmessungen der Extremitäten)

Ein schmerzhaftes Leben ohne Perspektiven?

Bei meiner Diagnosestellung im Jahr 2009 bekam ich mit auf den Weg, dass ich mich mit der Krankheit abfinden solle. Von stetiger Gewichtszunahme, vermehrten Schmerzen und einem Leben am Rollator oder gar im Rollstuhl könnte ich fest ausgehen. Ich war erst 31 Jahre alt und am Boden zerstört. Ich sah keine Perspektiven mehr und hatte mit einem freudvollen Leben abgeschlossen.

Dir geht es gerade auch so? Dann sage ich dir jetzt:

DAS IST NICHT WAHR!!!

In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, und auch ich durfte diese wunderbare Erfahrung machen, dass Ernährung ein wichtiger Schlüssel im Kampf gegen das Lipödem ist.

Ja, nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen kann man sich ein Lipödem nicht „wegessen und wegtrainieren“. ABER: Du kannst es aufhalten und deine Schmerzen lindern!

Wie die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Lipödem sind, Informationen zu verschiedenen weiteren Krankheiten und wie man mit einem gesunden Lebenswandel dagegen angehen kann, findest du nach und nach in meinen Blogbeiträgen der Kategorie „Was Wissen schafft“.

Du hast schon jetzt Fragen oder möchtest ein individuelles Coaching? Kontaktiere mich gerne! Ich reiche dir meine Hand und begleite dich in DEIN GESUNDES LEBEN!

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